Stresemann - Zweites Kapitel
03/Jul/08 12:48 Abgelegt in:GDS Kurs
Wie stieg S vom Industriesyndikus zum
nationalliberalen Politiker auf?
Sofort nach seinem Examen nimmt S eine Arbeit als Assistent im Verband deutscher Schokoladenfabrikanten in Dresden an. Später übernimmt er die Geschäftsführung im BDI Dresden und wird dann Syndikus im Verband sächsischer Industrieller, wo er eine einflussreiche Stellung innehat. Er tritt für eine maßvolle Zollpolitik ein, begeistert sich für Flottenbau und Kolonialpolitik, da Sachsens Industrie von der Entwicklung der Außenhandelsbeziehungen abhängt. Früh zeigt sich seine Tendenz zur Mitte: Er ist stets um einen Interessenausgleich zwischen Arbeiter und Unternehmer bemüht.
1903 heiratet S und tritt in die NLP ein. Er wird der Verehrer von Friedrich Naumann, tritt dessen Leipiziger Nationalsozialem Verein bei, scheidet aber wenig später aus, da es für ihn bessere Chancen bei der NLP gibt. Aber es gibt auch Differenzen zwischen S und Naumann. Jener hält starr am Grundsatz einer freihändlerischen Handlespolitik fest. Außerdem ist die Bedeutung der sächsischen Industrie bei der NLP sehr groß. S engagiert sich nach dem Parteibeitritt schon sehr im Wahlkampf. 1906 macht er durch eine "kecke" Rede auf sich aufmerksam und wird zum Stadtverordneten gewählt. S tritt 28-jährig 1907 in den RT ein und zeichnet sich durch rednerische Begabung aus. Er wird einer enger Freund Bassermanns, der die Partei trotz ihrer Uneinigkeit zusammenhält. von 1907-1911 ist die Partei Teil des "Bülow-Blocks", eine parlamentarische Mehrheit aus Nationalliberalen, Linksliberalen und Konservativen. Hier erreicht S die Einführung einer Angestelltenversicherung. Es wird seine Bemühung um soziale Versöhnung deutlich. Er will eine industriefreundliche Partei mit Massenanhang formen, ist für eine deutsche "Weltpolitik" - einen liberalen Iperialismus. 1910 tritt er in den Vorstand des BDI ein und zieht mit seiner Familie nach Berlin. Während seines politischen Aufstiegs hat er viele Ämter in Wirtschaftsverbänden inne.
S's Karriere verläuft bis 1912 steil. Dann gibt es mehrere Rückschläge, die allerdings nicht als Karriereknick bezeichnet werden können. Im Dezember 1914 glückt ihm durch eine Nachwahl der Wiedereinzug in den RT. Seine politische Karriere, so der Autor, hing nicht nur von den Leistungen S, sondern auch von einer günstigen Konstellation ab, die er allerdings zu nutzen wusste.
Kommentare, Ergänzungen und Fragen sind immer willkommen!!!
Sofort nach seinem Examen nimmt S eine Arbeit als Assistent im Verband deutscher Schokoladenfabrikanten in Dresden an. Später übernimmt er die Geschäftsführung im BDI Dresden und wird dann Syndikus im Verband sächsischer Industrieller, wo er eine einflussreiche Stellung innehat. Er tritt für eine maßvolle Zollpolitik ein, begeistert sich für Flottenbau und Kolonialpolitik, da Sachsens Industrie von der Entwicklung der Außenhandelsbeziehungen abhängt. Früh zeigt sich seine Tendenz zur Mitte: Er ist stets um einen Interessenausgleich zwischen Arbeiter und Unternehmer bemüht.
1903 heiratet S und tritt in die NLP ein. Er wird der Verehrer von Friedrich Naumann, tritt dessen Leipiziger Nationalsozialem Verein bei, scheidet aber wenig später aus, da es für ihn bessere Chancen bei der NLP gibt. Aber es gibt auch Differenzen zwischen S und Naumann. Jener hält starr am Grundsatz einer freihändlerischen Handlespolitik fest. Außerdem ist die Bedeutung der sächsischen Industrie bei der NLP sehr groß. S engagiert sich nach dem Parteibeitritt schon sehr im Wahlkampf. 1906 macht er durch eine "kecke" Rede auf sich aufmerksam und wird zum Stadtverordneten gewählt. S tritt 28-jährig 1907 in den RT ein und zeichnet sich durch rednerische Begabung aus. Er wird einer enger Freund Bassermanns, der die Partei trotz ihrer Uneinigkeit zusammenhält. von 1907-1911 ist die Partei Teil des "Bülow-Blocks", eine parlamentarische Mehrheit aus Nationalliberalen, Linksliberalen und Konservativen. Hier erreicht S die Einführung einer Angestelltenversicherung. Es wird seine Bemühung um soziale Versöhnung deutlich. Er will eine industriefreundliche Partei mit Massenanhang formen, ist für eine deutsche "Weltpolitik" - einen liberalen Iperialismus. 1910 tritt er in den Vorstand des BDI ein und zieht mit seiner Familie nach Berlin. Während seines politischen Aufstiegs hat er viele Ämter in Wirtschaftsverbänden inne.
S's Karriere verläuft bis 1912 steil. Dann gibt es mehrere Rückschläge, die allerdings nicht als Karriereknick bezeichnet werden können. Im Dezember 1914 glückt ihm durch eine Nachwahl der Wiedereinzug in den RT. Seine politische Karriere, so der Autor, hing nicht nur von den Leistungen S, sondern auch von einer günstigen Konstellation ab, die er allerdings zu nutzen wusste.
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